Schwarzer Honig

Sutzkever etablierte sich zwischen den beiden Weltkriegen als Schriftsteller im damals polnischen Wilna. Er gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartsdichter in jiddischer Sprache, liebäugelte in den frühen 1930er-Jahren mit dem Avantgardismus, dokumentierte in seinen Arbeiten nach dem deutschen Einmarsch die Gräuel der NS-Herrschaft und rettete zahlreiche Schriften vor der Vernichtung. Im Wilnaer Ghetto sah er, wie seine Mutter und sein Sohn ermordet wurden. Nach seiner Flucht aus dem Ghetto lebte er in Moskau und berichtete über die Vernichtung der Juden in seiner Heimat.

 

1947 emigrierte er nach Israel, wo er eine Literaturzeitschrift in jiddischer Sprache gründete, einer Sprache, die damals im neu gegründeten Israel zu Gunsten des Hebräischen marginalisiert wurde. Der aktuelle Film des israelischen Kultregisseurs Uri Barbash portraitiert einen Menschen, dem die innere Kraft der Poesie allen Schicksalsschlägen zum Trotz zum Überlebenswerkzeug wird.

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FSK n.n. / 76 MINUTEN / hebräisch OmU