Kaskade rückwärts
Der Osten leuchtet! 2026 Meisterwerke des DEFA-KinosMaja Wegner, eine Frau Ende dreißig mit halbwüchsiger Tochter, will die eingefahrenen Gleise verlassen und ein neues Leben beginnen. Sie gibt ihre Stellung als Dispatcherin beim Kraftverkehr auf, verkauft ihr Landhäuschen, zieht in die Großstadt und sucht sich Arbeit bei der Reichsbahn – als Zugschaffnerin. Und um einen Mann zu finden, gibt sie eine Kontaktanzeige auf. Den Titel ihres Films hat Regisseurin Iris Gusner aus dem Reitsport entlehnt: eine „Kaskade rückwärts“ ermöglicht es dem Reiter, selbst in ausweglos erscheinenden Situationen qua Rückwärtssalto vom Pferd abzuspringen. In einem ähnlich ausweglosen Szenario scheint Gusner ihre moderne, emanzipierte Protagonistin auch mitunter zu verorten – mit ungemein klarem, aber nicht unbedingt resigniertem Blick. Irgendwo zwischen Liebeskomödie und Gesellschaftssatire durch unterschiedlichste Genres und Stimmlagen irrlichternd, erweist sich „Kaskade rückwärts“ als einer der originellsten DEFA-Filme der 80er-Jahre.
Regie: Iris Gusner
Darsteller: Marion Wiegmann, Jaecki Schwarz, Gertraud Kreissig
DDR 1984


