Chingachgook die große Schlange
35mm-Kinospecial: Der Osten leuchtet! Meisterwerke des DEFA-KinosGojko Mitic war der große Star des ostdeutschen „Indianerfilms“ – ein heute ungebräuchliches Wort, das wir jedoch noch einmal aus der Mottenkiste holen wollen, da natürlich im Wilden Osten niemand von einem „Western“ gesprochen hätte. Eher an den westdeutschen Wildwestfantasien der ungemein erfolgreichen Karl-May-Filme als an Hollywood-Genretraditionen orientiert, entstanden in der DDR zwischen 1966 und 1978 insgesamt 11 Indianerfilme, deren Perspektive auf den amerikanischen Genozid klar aufseiten der Ureinwohner verortet war – noch nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit im US-Western, der noch inmitten der Aufarbeitung seiner eigenen rassistischen Wurzeln stand. Mit „Chingachgook, die große Schlange“ inszenierte DEFA-Regisseur Richard Groschopp seine Variation auf die klassischen „Lederstrumpf“-Abenteuererzählungen von James Fenimore Cooper – und legt damit nach Auffassung der zeitgenössischen Filmkritik eine der besten Cooper-Verfilmungen überhaupt vor.
Regie: Richard Groschopp
Darsteller: Gojko Mitic, Rolf Römer, Helmut Schreiber
DDR 1967


